TRACHEOSTOMA

Inhalt:

1. Begriffserklärung

2. Funktion der Atemwege

3. Was ist nach der Operation anders?

4. Ziel einer individuellen Hilfsmittelversorgung

5. Welche Hilfsmittel erhalten die Betroffenen

6. Unsere Dienstleistung für Sie

1. Begriffserklärung

Eine Tracheostomaversorgung wird immer dann notwendig, wenn ein Betroffener nicht mehr auf dem natürlichen Weg, durch Mund oder Nase, ein-, bzw. ausatmen kann.

1.1.Tracheostoma

Der Begriff Tracheostoma setzt sich aus:

> Tracheo, von Trachea = Luftröhre und

> Stoma = griech. für Mund, Mündung

zusammen.

1.2. Tracheotomie

Eine Tracheotomie ist das chirurgische Anlegen einer Öffnung in der Vorderwand der Luftröhre (Trachea), die zur Erleichterung der Beatmung bzw. Atmung dient.

1.3.Laryngektomie

Laryngektomie ist die Bezeichnung für die totale Entfernung des Kehlkopfes, z. B. nach Tumorerkrankungen. Der Stumpf der Luftröhre (Trachea) ist an der Mündung eingenäht. Der Betroffene atmet ausschließlich durch sein Tracheostoma.

2. Funktion der Atemwege

Um zu verstehen, inwieweit diese Operationen das Leben der Betroffenen verändert, hilft es die Funktionen unserer oberen Atemwege zu kennen:

Bei der Einatmung gelangt die Atemluft  zunächst durch die Nase, bzw. den Mund in die Nasen-/Mundhöhle, von dort strömt die Luft durch den Rachen (Pharynx), weiter über den Kehlkopf (Larynx) in die Luftröhre und dann in die Lunge.

Durch feine Flimmerhärchen auf der Schleimhaut der Nasenhöhle, wird hier die Atemluft gefiltert, gereinigt und erwärmt.

Der Kehlkopf (Larynx*) verbindet den Rachen (Pharynx*) mit der Luftröhre (Trachea*). Der Kehldeckel (Epiglottis) ist dafür verantwortlich, die Luftröhre beim Schlucken zu verschließen und somit zu vermeiden, dass Speisebrei in die Lunge gelangt. Zusätzlich ist der Kehlkopf mit seinen Stimmlippen maßgeblich an der Stimmbildung beteiligt. Über die Luftröhre wird die Luft weiter in die Lunge geleitet. Auf ihrem ganzen Weg sorgen die Atemwege für eine Erwärmung und Befeuchtung der Atemluft. Schließlich gelangt die Luft in der Lunge, in der der Gasaustauch (O2 Aufnahme und CO2 Abgabe ins Blut).

3. Was ist nach der Operation anders?

Nach der Operation atmen die Betroffenen nicht mehr durch Nase bzw. Mund, sondern durch eine Atemöffnung im Hals, dem sog. Tracheostoma.

Die Funktionen der oberen Atemwege (wie oben beschrieben) entfallen somit. Die Atemluft wird nicht mehr erwärmt, gefiltert/gereinigt und befeuchtet. Diese Funktionen müssen zukünftig geeignete Hilfsmittel übernehmen.

Ersetzt man diese Funktionen nicht, so kann es zu vermehrten Infektionen, Borkenbildungen und zu Einschränkungen der Lungenfunktion kommen.

4. Ziel einer individuellen Hilfsmittelversorgung

Die Fa. Luttermann verfolgt mit  ihrer individuellen Hilfsmittelversorgung, neben dem Ausgleich aller ausgefallenen Funktionen und der  Vermeidung von Folgeschäden, insbesondere auch die Erhaltung/Förderung der größtmöglichen Eigenständigkeit der Betroffenen.

5. Welche Hilfsmittel erhalten die Betroffenen

5.1.Trachealkanülen

Sie dienen zum Offenhalten der Atemöffnung im Hals (Tracheostoma) und der ungehinderten Atmung.

Man unterscheidet die Trachealkanülen nach folgenden  Kriterien:

  • Mit Cuff (geblockt) und ohne Cuff (ungeblockt); Kanülen mit Cuff haben um den Kanülenschaft einen kleinen mit Luft zu füllenden Ballon, der für die Beatmung erforderlich ist, und/oder bei Schluckstörungen vermeidet, dass Speisebrei, oder Speichel in die Lunge gelangt.
  • mit/ohne Stimmoption; mit einer Kanüle mit einer „Fensterung“ wird dazu beigetragen dass der Betroffene wieder sprechen kann
  • Bauart (Krümmung)
  • mit/ohne Innenkanüle; Eine Kanüle ohne Innenkanüle erhöht die Qualität einer Beatmung, eine Kanüle mit Innenkanüle vereinfacht die Reinigung, ohne die Belastung immer die Kanüle komplett zu entfernen.
  • mit / ohne Universalansatzstück (Konnektor); dieses Ansatzstück ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Sprechventilen und „Wärmefeuchtigkeitsaustauscher“
  • Material (Silber/Kunststoff/Silikon/Kunststoff mit Spirale); Je nach Krankheitsbild, Mobilität, Beatmung, Wachheitszustand

5.2.Wärmefeuchtigkeitsaustauscher „HME“, oder „Feuchte Nase“

Um die fehlende Funktion der Nase (Befeuchten, Erwärmen und Filtern der Luft) zu ersetzen, ist der Einsatz von sog. „Feuchten Nasen“ erforderlich.

Die feuchten Nasen bestehen aus einem Kunststoffgehäuse und einem Filterkern, der aus Schaumstoff oder Papier gefertigt ist.

Bei der Ausatmung wird die in der Atemluft befindliche Feuchtigkeit im Filter gespeichert und bei der nächsten Einatmung wieder an die Atemluft  abgegeben. So wird vermieden, dass die Schleimhäute der Luftröhre austrocknen und dort befindlicher Schleim „verborkt“ und die Atemwege einengt.

Darüber hinaus filtert das Material der „Feuchten Nasen“ die Atemluft und verhindert die Einatmung von  Fremdkörpern und Staubpartikel. Beim ersten Einsatz einer „Feuchten Nase“ merkt der Betroffene dass die Atmung wieder gegen einen leichten Widerstand erfolgt, ähnlich der Zeit vor der Operation.

Dies ist sehr wichtig, kann so doch der Atemwiderstand an den Zustand vor der Operation angepasst werden und die Lungenkapazität langfristig erhalten bleiben.

5.3. Trachealkompressen

Trachealkompressen dienen zum einen der Abpolsterung der Kanüle, zum anderen nehmen sie das aus dem Tracheostoma austretende Sekret auf. Einige der Kompressen besitzen eine Beschichtung, die das Verkleben mit der Wunde bzw. der Haut verhindern soll.

Für mobile Betroffene mit Kanüle ohne Cuff, sind die Trachealkompressen nur gelocht, sie werden vor dem Kanülenwechsel auf die Kanüle geschoben. Diese Kompressen bieten auch bei Bewegungen einen optimalen Halt.

Für Betroffene mit einer hohen Sekretbildung, bzw. mit einer geblockten Kanüle, kommen meist gelochte und geschlitzte Kompressen zum Einsatz. Sie ermöglichen auch bei liegender Kanüle den Wechsel der Kompresse.

Eine Sonderform sind luftdurchlässige Schaumstoffkompressen. Sie werden bei Betroffenen, die keine Kanüle mehr tragen müssen über das Tracheostoma geklebt und filtern und befeuchten die Atemluft.

5.4. Kanülentragebänder

Zur sicheren Fixierung der Trachealkanülen, werdenTragebänder eingesetzt. Zur Auswahl stehen Bänder die gepolstert, oder ungepostert sind, ein-, oder mehrteilig und mit unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeit.

Besonders bei immobilen Patienten ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Band nicht abschnürt oder scheuert. Für mobile Betroffene stehen unauffällige, waschbare, hautfarbene Tragebänder zur Verfügung.

Zur Auswahl des individuell richtigen Tragebandes spielt auch eine  Rolle, ob und wie der Betroffene das Band eigenständig anwenden kann.

Einen optimalen Sitz eines Tragebandes erhält man, wenn 1 Finger locker zwischen Kanüle und Trageband passt.

5.5. Reinigungszubehör

Die Mehrzahl der Trachealkanülen ist wiederverwendbar. Wie lange eine Kanüle benutz werden darf hängt vom Material, der Bauart, individuellen Gegebenheiten u.v.m. ab. Hierbei sind die Herstellerangaben zu befolgen.

Bei einer Reinigung wird die Kanüle in ihre Einzelteile zerlegt in Wasser oder eine milde Reinigungslösung eingeweicht (bitte Herstellerangaben berücksichtigen).

Je nach Art der Trachealkanüle erhalten die Betroffenen für die Reinigung ein Kanülenreinigungspulver  bzw. -lösung, eine Reinigungsdose - in der die Kanüle eingeweicht werden kann - und Reinigungsbürsten. Mit den Reinigungsbürsten kann die Trachealkanüle besonders innen von festsitzendem Schleim gesäubert werden.

5.6. Absauggerät

5.6.1 Verlinkung zu Absauggerät unter „Indikation Beatmung“

 

5.6.2 Warum wird abgesaugt?

Mit der Einatmung gelangen immer auch Staubpartikel in unsere Atemwege, die nicht in die Lunge gelangen sollen. Feine „Flimmerhärchen“ der oberen Atemwege versuchen diese Partikel nicht tiefer eindringen zu lassen. Die Luftröhre und Lunge versuchen eingedrungene Partikel, eingebettet in Schleim, nach draußen zu befördern, sodass er ausgehustet werden kann. Dies ist ein ganz natürlicher Vorgang.

Durch die fehlende Nasenfunktion bei tracheotomierten und laryngektomierten Patienten ist die schleimproduktion meist erhöht. Nicht immer schaffen es die Betroffenen alleine das Sekret abzuhusten.

In diesen Fällen unterstützt das Absauggerät einen natürlichen und notwendigen Reinigungsprozess, der auch zur Erleichterung der Atmung beiträgt.

5.7 Inhalationsgerät

5.7.1 Verlinkung zu „Inhalation“

5.7.2 Warum ist Inhalation notwendig?

Durch den Verlust der Nasen-, bzw. Mundatmung kann die Atemluft nicht mehr ausreichend erwärmt und befeuchtet werden. Dies ist jedoch wichtig, will man weiterhin vermeiden, dass Staubpartikel in die Atemwege eindringen, bzw. eingedrungene Partikel wieder nach außen befördert werden.

Die Inhalation ermöglicht den Betroffenen angesammeltes Sekret zu verflüssigen und somit leichter abzuhusten.

6. Unsere Dienstleistung für Sie

Für eine kompetente Beratung stehen Ihnen gerne unsere zum Thema spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie zur Vereinbarung eines Termins unsere Service-Hotline unter 02 01/8 20 50-888.

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